
Ich schreibe bislang auf meinen Seiten bislang nur sehr allgemein über
Schweden und habe bis jetzt keine Tagebücher auf meiner Seite. Ich will hier
jetzt aber mal eine kleine Ausnahme machen und über unsere Reifenpanne am
06.07.02 berichten. Nachdem wir unsere erste Nacht auf dem schön gelegenen Jetesjöns Camping (G4) bei
Markaryd verbracht hatten, haben wir uns so gegen 9 Uhr wieder auf den Weg in Richtung Stockholm gemacht. Gute 2 Stunden später gab es ca.
10 Km vor Jönköping bei Tempo "gute 80" einen lauten Knall. Wir schauten uns alle ganz erschrocken an und hörten hinter uns
recht ungewöhnliche Geräusche. Im Rückspiegel bemerkte ich eine sehr nachlässige Arbeitshaltung unseres Wohnwagens, er
war plötzlich einseitig tiefer gelegt. Komisch dachte ich, eigentlich stehe ich gar nicht auf
Sportfahrwerke. Ich parkte unser Gespann auf dem Standstreifen der E4 beim
Hyltena Rastplatz. Wir stiegen aus, liefen zum Wohnwagen und sahen die "Katastrophe". Beim rechten Reifen war die Lauffläche komplett
abgelöst,
hatte den Radkasten, einen halben Meter des Unterbodens
und einen Teil des Waschraumes zertrümmert.
Aus unserem Vorratsschrank tropften diverse Säfte, diese wurden auf der Straße aber gleich von einem leichten Regen verdünnt.
Im Wohnwagen bot sich ein ähnliches Bild der Zerstörung.
Guter Rat war teuer, aus verschiedenen Gründen hatten wir dieses Jahr das erste
Mal unser Ersatzrad zu Hause gelassen, verdammt dummer Zufall. Zum Glück reisten
wir mit zwei Gespannen, ich montierte unser defektes Rad ab und fuhr mit Armin damit zum Norks Däckservice in Jönköping. Dummerweise war dieser
riesige Reifenhändler geschlossen, es war Samstag gegen 11 Uhr. Ich rief dann den ADAC an, der schickte mich zurück
zum Pannenort, dort holte mich eine gute halbe Stunde später ein imposanter Abschlepp-LKW ab und brachte mich, ihr glaubt es kaum,
zum Norks Däckservice. Gleichzeitig mit uns traf der aus seinem Wochenende geholte Monteur ein, der uns auch gleich einen
neuen Reifen aufzog, allerdings mit einem kräftigen Wochenendaufschlag. Insgesamt zahlte ich für einen
205/65R15 99S RFD von Goodyear 1676 SKr, aber ich war wieder mobil. Nachdem unser Gespann wieder rollfähig war, fuhren wir 2 Km
zurück zum Lovsjöbadenscamping (F7). Dort bauten wir unsere mobilen Heime auf,
fuhren zum nächsten Baumarkt, holten Aluplatten,
Bauschaum, Dichtmittel und weiteres. Hiermit setzte ich unseren Wohnwagen
wieder instand, nur den Radkasten aus Kunststoff musste ich mir am Montag
bestellen. Als dann am Dienstag die rechte Seite wieder i.O. war, bauten wir sicherheitshalber den linken Reifen auch noch ab.
Schon nach kurzer Begutachtung, ich bin KFZ-Mechaniker, besuchte ich zum dritten Mal Norks Däckservice, erstand für
vergleichsweise günstige 1342 SKr einen Hochlastreifen von Nokian. Zeitgleich rief ich jetzt den Reifenhersteller in Deutschland
an. Zuständig für unseren Semperit (205/65R15 99S Reinf. DOT 166) ist Conti. Dort erfuhr ich das unsere Reifen von einer
Rückrufaktion betroffen war. Wenn ihr also Semperitreifen dieser größe und ähnlicher DOT Nummer auf eurem Wohnwagen habt,
wendet euch an Conti. Ich habe nach unserem Urlaub alle Rechnungen und einen Kostenvoranschlag für den Restschaden bei der Conti
eingereicht und nach ca.10 Wochen bekamen wir den Schaden ersetzt, Danke Conti. Bleibt nur noch die Frage, warum ich nicht vorher
angeschrieben wurde, nach der Auskunft von Conti liegt der Fehler hierfür beim Hersteller Knaus. Schade Knaus,
ihr habt uns hierbei wenig Kundenfreundlich im Regen stehen lassen. Unseren Urlaub haben wir anders als geplant nicht in Stockholm begonnen,
wir sind dann weiter auf Hargebadens Camping (T12) bei Askersund gefahren. Und die Sonne schien für den Rest des Urlaubes auch
noch sehr reichlich.